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Betrug im Internet erkennen: Enkeltrick, Phishing & Fake-Shops

ca. 8 min Lesezeit Aktualisiert: Juni 2026

Betrüger setzen fast immer auf dasselbe: Sie machen Druck, erzeugen Angst oder versprechen etwas, das zu schön ist. Wer die Muster kennt, fällt nicht darauf herein. Hier sind die häufigsten Maschen – und die einfachen Regeln, die fast immer schützen.

Die eine Regel, die fast immer schützt

Wer dich zur Eile drängt, will dich überrumpeln. Kein echtes Unternehmen, keine echte Bank und kein echtes Amt verlangt, dass du sofort handelst, Geld überweist oder ein Passwort nennst. Leg auf, schließe die Nachricht – und nimm dir Zeit. Echte Anliegen warten.

Drei Auslöser zum Aufhorchen: Druck, Geld und Geheimhaltung. Sobald eine Nachricht oder ein Anruf eines davon enthält, ist Vorsicht angebracht – egal wie echt es aussieht.

Der Enkeltrick (auch per Nachricht)

Beim klassischen Enkeltrick ruft jemand an und gibt sich als Enkel, Nichte oder Neffe aus: „Rate mal, wer hier ist!" Dann folgt eine Notlage – ein Unfall, eine Kaution, eine dringende Rechnung – und die Bitte um schnelles Geld. Heute läuft dieselbe Masche oft über WhatsApp oder SMS von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer. Kannst du kurz etwas für mich überweisen?"

Daran erkennst du die Masche:

  • Die Nachricht kommt von einer neuen, unbekannten Nummer.
  • Es geht um Geld und es ist dringend.
  • Du sollst nicht zurückrufen („Telefon ist ja kaputt").
  • Man spielt mit deinen Gefühlen: Sorge, Liebe, Hilfsbereitschaft.

So reagierst du richtig: Ruf die Person unter der dir bekannten, alten Nummer an – nicht unter der neuen. Stell eine Frage, die nur die echte Person beantworten kann. Überweise niemals Geld, bevor du nicht mit eigener Stimme bestätigt hast, dass alles stimmt.

Phishing: gefälschte E-Mails und SMS

„Phishing" spricht man fisching aus – wie Angeln. Betrüger werfen einen Köder aus und hoffen, dass jemand anbeißt. Sie verschicken E-Mails oder SMS, die aussehen wie von der Bank, der Post (DHL), Amazon, PayPal oder einem Streaming-Dienst. Darin: ein Link und eine erfundene Begründung, warum du jetzt klicken musst – „Ihr Konto wurde gesperrt", „Paket konnte nicht zugestellt werden", „Bitte Zahlungsdaten bestätigen".

Klickt man auf den Link, landet man auf einer täuschend echt nachgebauten Seite. Alles, was man dort eingibt – Passwort, Kreditkartennummer, TAN – geht direkt an die Betrüger.

Typische Warnzeichen:

  • Unpersönliche Anrede: „Sehr geehrter Kunde" statt deines Namens.
  • Druck und Drohung: Konto wird „gesperrt", Gebühren fallen an.
  • Ein Link, über den du Daten eingeben sollst.
  • Die Absenderadresse sieht seltsam aus (viele Zeichen, fremde Endung).
  • Manchmal Rechtschreibfehler – aber längst nicht immer.

Die goldene Phishing-Regel: Klicke nie auf den Link in einer solchen Nachricht. Willst du sichergehen, öffne deinen Internet-Browser und tippe die Adresse der Bank oder des Anbieters selbst ein – oder ruf die offizielle Telefonnummer an, die auf deiner Bankkarte oder Rechnung steht. Banken fragen niemals per E-Mail oder SMS nach Passwort oder TAN.

Falsche Gewinne & Lockangebote

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!" – ein Smartphone, eine Reise, 1.000 Euro. Oder ein riesiges Schnäppchen, das es nur „heute" gibt. Das Ziel ist immer dasselbe: Du sollst aus Freude oder Gier persönliche Daten eingeben, eine „kleine Bearbeitungsgebühr" zahlen oder ein Abo abschließen, das du gar nicht wolltest.

  • Man kann nichts gewinnen, wo man nie mitgemacht hat.
  • Ein echter Gewinn kostet nie eine Gebühr vorab.
  • Drängende Countdown-Uhren („nur noch 4 Minuten!") sind ein Verkaufstrick.

Fake-Shops: Geschäfte, die es nicht gibt

Manche Online-Shops sind reine Fälschungen. Sie locken mit auffällig niedrigen Preisen, nehmen die Zahlung entgegen – und liefern dann nichts oder billige Ware. So prüfst du einen Shop, bevor du bestellst:

  • Impressum vorhanden? Ein seriöser Shop nennt Firma, Adresse und Kontakt.
  • Bezahlung: Gibt es nur Vorkasse / Überweisung, ist das ein Warnzeichen. Auf Rechnung oder Lastschrift sind sicherer.
  • Preis zu schön? Wenn überall 200 € und hier nur 49 € – Finger weg.
  • Bewertungen: Suche den Shop-Namen zusammen mit dem Wort „Erfahrungen" bei Google.

Der falsche „Computer-Hilfe"-Anruf

Es erscheint plötzlich ein Warnfenster („Ihr Gerät ist mit einem Virus infiziert! Rufen Sie sofort an!") oder es ruft jemand an, der angeblich von Microsoft oder deinem Internetanbieter ist. Die Person will dich zu einem Programm überreden, mit dem sie deinen Bildschirm fernsteuern kann – und dann an dein Konto kommt.

Wichtig: Microsoft, Apple, Google und dein Internetanbieter rufen dich niemals unaufgefordert an. Solche Warnfenster sind immer Schwindel. Schließe das Fenster (oder schalte das Tablet aus und wieder ein) und installiere nichts, was Fremde von dir verlangen.

Zum Mitnehmen: Im Zweifel innehalten

Du musst dir nicht jede Masche merken. Es genügt ein gesundes Misstrauen bei den drei Auslösern Druck, Geld und Geheimhaltung. Sobald eine Nachricht oder ein Anruf eines davon enthält, mach eine Pause und frag jemanden, dem du vertraust. Sich Hilfe zu holen ist keine Schwäche – es ist genau das Richtige.

Verdacht melden: Verdächtige SMS kannst du kostenlos an die 7726 (das buchstabiert „SPAM") weiterleiten. Phishing-Mails kannst du an die Verbraucherzentrale (phishing@verbraucherzentrale.nrw) schicken. Damit hilfst du auch anderen.

Solltest du selbst einmal hereingefallen sein, findest du die richtigen Schritte auf der Seite Was tun im Schadensfall?