Sichere Passwörter ohne Stress
Viele denken: „Ein sicheres Passwort kann ich mir nie merken." Die gute Nachricht: Musst du auch nicht. Es gibt einen einfachen Trick für die wichtigen Passwörter – und ein kostenloses Werkzeug, das sich den ganzen Rest für dich merkt.
Warum ist das überhaupt wichtig?
Ein Passwort ist wie der Schlüssel zu deiner Wohnung. Würdest du für Haustür, Keller und Auto denselben Schlüssel benutzen? Wohl kaum – denn wer ihn einmal hat, kommt überall hin. Genauso ist es im Internet: Wer dasselbe Passwort überall verwendet, gibt Betrügern bei einem einzigen Datenleck den Zugang zu allem. Deshalb gilt: für jeden wichtigen Zugang ein eigenes Passwort.
Was macht ein gutes Passwort aus?
Entscheidend ist die Länge, nicht das Wirrwarr aus Sonderzeichen. Ein langes Passwort ist für Computer viel schwerer zu knacken als ein kurzes mit ein paar „$" und „!".
- Mindestens 12 Zeichen lang – lieber mehr.
- Kein echtes Einzelwort, kein Name, kein Geburtsdatum.
- Für jeden wichtigen Dienst ein eigenes Passwort.
Der Merksatz-Trick: Denk dir einen Satz aus, den nur du kennst, und reihe ein paar Wörter aneinander – am besten welche, die nicht zusammengehören. Zum Beispiel: BlauerKaffee7Garten! Das ist lang, leicht zu merken und trotzdem sehr sicher. Bitte verwende genau dieses Beispiel nicht – denk dir dein eigenes aus.
Der bequemste Weg: ein Passwort-Manager
Ein Passwort-Manager ist ein kleines Programm, das alle deine Passwörter in einem sicheren Tresor aufbewahrt und automatisch einsetzt. Du musst dir dann nur noch ein einziges gutes Passwort merken – das für den Tresor. Den Rest erledigt das Programm.
Das Schöne: Auf deinem Tablet ist meist schon einer eingebaut.
- Auf einem Samsung-, Google- oder anderen Android-Tablet: der Google Passwortmanager (gehört zu deinem Google-Konto).
- Auf einem iPad von Apple: die App Passwörter bzw. der iCloud-Schlüsselbund.
Wenn du dich irgendwo anmeldest, bietet das Tablet an: „Passwort speichern?" – sag ruhig Ja. Beim nächsten Mal wird es von selbst eingetragen. Lass dir das ruhig einmal von einem Familienmitglied zeigen, dann ist die Scheu schnell weg.
Und der Zettel in der Schublade? Ein Passwort aufzuschreiben ist nicht verboten – es darf nur nicht offen am Bildschirm kleben. Ein Notizbuch, das sicher zu Hause in einer Schublade liegt, ist für viele völlig in Ordnung. Ein Einbrecher kommt selten wegen eines Passwortbuchs; Betrüger aus dem Internet erreichen es gar nicht.
Die zusätzliche Sicherung: Zwei-Faktor
Die „Zwei-Faktor-Anmeldung" klingt kompliziert, ist aber wie ein zweites Schloss an der Tür. Nach dem Passwort kommt noch ein zweiter Schritt – meist ein Zahlencode, der per SMS kommt oder in einer App angezeigt wird. Selbst wenn jemand dein Passwort kennt, fehlt ihm dieser Code. Schalte das vor allem bei E-Mail, Online-Banking und WhatsApp ein. Du findest es in den Einstellungen meist unter „Sicherheit".
Wann muss ich ein Passwort ändern?
Anders als früher oft empfohlen, musst du Passwörter nicht ständig wechseln. Ändere ein Passwort nur, wenn:
- ein Dienst dir mitteilt, dass es ein Datenleck gab,
- du das Gefühl hast, jemand könnte es kennen,
- du es (etwa nach einem Phishing-Versuch) versehentlich eingegeben hast.
Sollte tatsächlich einmal etwas passiert sein, findest du die richtigen Schritte auf der Seite Was tun im Schadensfall?